Berliner Modell - Psychotherapie-Weiterbildung

"Erst wenn man die Krankheit studiert, lernt man das Normale verstehen." 

Sigmund Freud

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Leitung und Anmeldung

Dr. med. Bolk-Weischedel

Tel.: 030-3023149

Was ist das Berliner Modell?

Das Berliner Modell wurde im Jahr 1982 an der Psychiatrischen Klinik der Freien Universität Berlin (Eschenallee) als Kooperationsverbund Berliner psychiatrischer Krankenhäuser und Abteilungen gegründet. Ziel war es, die Weiterbildung in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie im Rahmen der Facharztweiterbildung für Psychiatrie – später für Psychiatrie und Psychotherapie - und der Bereichsbezeichnung Psychotherapie kliniknah zu verankern. Die Vermittlung der theoretischen Inhalte wird von Dozenten aus Berliner psychoanalytischen Instituten sowie der beteiligten Kliniken und Praxen getragen. Die vermittelte Theorie fußt auf dem psychoanalytischen Verständnis von Neurosen- und Krankheitslehre und darauf bezogener Anwendung in tiefenpsychologisch fundierten Behandlungsmethoden. Dem Weiterbildungsteilnehmer wird dabei ein Krankheits- und Behandlungsverständnis vermittelt, das biographische Konfliktkonstellationen und pathogen wirkende Persönlichkeitsprägungen mit aktuellen Problematiken und Beziehungsmustern des Behandlung suchenden Patienten in Verbindung bringt und durch Deutungen eine vertiefte Einsicht ermöglicht.

Das Berliner Modell integriert auch zusätzliche Ansätze und Verfahren in den Ausbildungsgang, so werden zum Beispiel Grundkenntnisse in der Psychotraumatologie und Verhaltenstherapie vermittelt. Das Curriculum berücksichtigt die von den Ärztekammern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern geforderten Inhalte für den speziellen Psychotherapie-Teil für Ärztinnen und Ärzte, welche die Gebietsbezeichnung Psychiatrie und Psychotherapie oder die Bereichsbezeichnung Psychotherapie in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie absolvieren möchten.

Im Rahmen des Berliner Modells werden die theoretischen und patientenbezogenen Seminare, Supervisionen, Balintgruppe und Lehrtherapie angeboten. Die supervidierte Arbeit mit den Patienten findet in den jeweiligen Kliniken statt. Kenntnisse in Suggestiven Verfahren müssen außerhalb des Modells erworben werden.

Kooperierende Kliniken, Abteilungen und Praxen für Psychiatrie und Psychotherapie

  • Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité Campus Mitte
  • Friedrich von Bodelschwingh-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Krankenhaus des Maßregelvollzugs (KMV)
  • Park-Klinik Sophie-Charlotte
  • Bundeswehrkrankenhaus Berlin
  • Hartmut-Spittler-Fachklinik im Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum
  • Havellandkliniken Nauen
  • Immanuel Klinik Rüdersdorf
  • Kliniken im Theodor-Wenzel-Werk
  • Klinikum Frankfurt Oder
  • Ev. Krankenhaus Königin-Elisabeth-Herzberge
  • Alexianer St. Hedwig-Krankenhaus
  • Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Weißensee
  • Schlosspark-Klinik
  • Vivantes Klinikum Wenckebach
  • Weiterbildungspraxis Bohlken / Otto
  • Weiterbildungspraxis Dorn
  • Weiterbildungspraxis Puchert

Voraussetzungen

Voraussetzung zur Teilnahme ist eine in Deutschland anerkannte Approbation als Ärztin/ Arzt sowie ein bestehendes Weiterbildungsverhältnis bei einem der oben genannten Weiterbildungsbefugten, die auch rechtlich zuständig sind. Ein Quereinstieg ins Curriculum ist möglich, muss aber mit der/dem weiterbildungsbefugten Chefärztin/Chefarzt abgestimmt werden.

Praktische Durchführung / Leistungskatalog

Die theoretische Weiterbildung im Berliner Modell erstreckt sich über 3 Jahre. Am Anfang steht die Einführung in die Neurosen- und Krankheitslehre, gefolgt von klinisch-praktischen Seminaren. Mit der Teilnahme an einer Balintgruppe sowie der Lehrtherapie sollte frühzeitig begonnen werden.

Nach dem ersten Halbjahr können dann tiefenpsychologisch fundierte Anamnesen erhoben werden.

Im zweiten Jahr findet ein Zwischenkolloquium statt, wenn mindestens -fünf- akzeptierte Anamnesen vorliegen. Danach ist der Beginn von Behandlungen unter laufender Supervision möglich. Bis zum Abschlusskolloquium sind -sechs- Behandlungen über insgesamt 240 Stunden (davon drei mit jeweils mindestens 50 Stunden) und 18 supervidierte Anamnesen durchzuführen. Die theoretischen und patientenbezogenen Seminare finden in 14-tägigem Rhythmus jeweils dienstags um 16.30 Uhr in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Charité Campus Mitte statt.

Die Anamnesen-Zweitsichten und Behandlungssupervisionen erfolgen in der Regel inner- und außerklinisch bei einem der Supervisoren des Berliner Modells. Die Behandlungen sollten nach jeder vierten Stunde supervidiert werden. Für die einzelnen Fälle sollten unterschiedliche Supervisoren gewählt werden. Es wird eine kontinuierliche Balintgruppe angeboten, an der über mindestens 35 Sitzungen teilgenommen werden soll.

Die Lehrtherapie (Einzelsetting mindestens 150 Stunden oder Gruppensetting mindestens 100 Doppelstunden) sollte den Weiterbildungsgang kontinuierlich begleiten und findet bei einem Lehrtherapeuten statt, der nicht in einem dienstlichen oder sonstigen Abhängigkeitsverhältnis zur Weiterbildungseinrichtung steht.

Bei weiterführendem Interesse besteht für die Kandidaten die Möglichkeit, die Weiterbildung als psychoanalytische Ausbildung am Institut für Psychotherapie Berlin e.V. (IFP) (www.ifp-berlin.eu), oder am Institut für Psychotherapie, Psychoanalyse und Psychosomatik (IPB) (www.ipb-dpg-berlin.de), fortzusetzen. Bereits im Berliner Modell absolvierte Ausbildungsabschnitte werden dabei anerkannt


Gebühren

Seminargebühr (je Halbjahr 150,- €) insgesamt 900,- € │ Zwischenkolloquium 80,- € │ Abschlusskolloquium 120,- €

Dazu kommen die Kosten für Lehrtherapie, Supervision, Balintgruppen und das Zweitverfahren, deren Umfang sich nach jeweils individuellen Vereinbarungen sowie den Vorgaben der Ärztekammer Berlin richtet.