Konzept zur Sicherung der wissenschaftlichen Qualität an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Standort CCM und St. Hedwig-Krankenhaus Berlin Mitte

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Mission

Neben der Sicherung höchster Qualitätsmaßstäbe in der Krankenversorgung, gehört auch die Sicherung der wissenschaftlichen Qualität zu den Prioritäten der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Standort CCM sowie des St. Hedwig-Krankenhauses Berlin Mitte. Allen forschenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Klinik liegt die Maximierung von Qualität, Reproduzierbarkeit und Validität ihrer wissenschaftlichen Ergebnisse sehr am Herzen. Daher wurde mit Unterstützung des BIH QUEST Center ein spezifisches Konzept erarbeitet, das zum Ziel hat, die Qualität unserer wissenschaftlichen Arbeiten nicht nur zu sichern, sondern auch entsprechend der neusten technischen Möglichkeiten kontinuierlich zu verbessern. Das Konzept der Klinik zur Sicherung der wissenschaftlichen Qualität basiert im Wesentlichen auf drei Säulen:

  1. Pre-Registration, d.h. die Anmeldung wissenschaftlicher Studien in einer öffentlichen Datenbank, bevor erste Daten erhoben werden
  2. Continuous Education, d.h. die regelmäßige Fortbildung aller wissenschaftlich Tätigen, insbesondere des wissenschaftlichen Nachwuchses, hinsichtlich wichtiger und innovativer Maßnahmen zur wissenschaftlichen Qualitätssicherung
  3. Open Science, d.h. das Prinzip, Prozesse der Wissenschaft möglichst offen und transparent zugänglich zu machen.

Die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sind Grundlage jeder wissenschaftlichen Arbeit und klinischen Studie, an der wir beteiligt sind.

Umsetzung

Säule I – Pre-Registration

Nach Erhebungen des BIH werden die Ergebnisse von nur etwa 7% aller durchgeführten Studien veröffentlicht. Studien, deren ursprüngliche Hypothese nicht nachgewiesen werden konnte (sog. Negativ-Studien), werden oftmals nicht veröffentlicht. Zudem kann es vorkommen, dass bestimmte positive Ergebnisse, die veröffentlicht werden, ursprünglich nicht Teil der primären Hypothese einer bestimmten Studie war. Die Präregistrierung erlaubt eine Trennung unterschiedlicher Forschungsansätze, die bei der Bewertung der Ergebnisse, bzw. der Validität bestimmter statistischer Verfahren, von größter Relevanz ist (z.B., ob es sich um einen explorativen Ansatz gehandelt hat oder eine spezifische Hypothese überprüft wurde).

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Standort CCM und St.-Hedwig Krankenhaus ist bemüht jede klinische Untersuchung, die an den Standorten durchgeführt wird, in einem öffentlich zugänglichen Register anzumelden.

Säule II – Continuous Education

Die technischen Möglichkeiten zur Förderung von Open Science verändern sich kontinuierlich. Während vor einigen Jahren beispielsweise Laborbücher vorwiegend handschriftlich geführt wurden, so kann dies heutzutage über ein sog. Elektronisches Laborbuch digital erfolgen. Es konnte gezeigt werden, dass ein solches Elektronisches Laborbuch nicht nur zu einer deutlichen Effizienzsteigerung in der täglichen Arbeit führen kann, sondern insbesondere auch die Nachvollziehbarkeit und Belegbarkeit von Forschungsergebnissen verbessert.

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Standort CCM und St. Hedwig-Krankenhaus setzt sich daher dafür ein, dass solche technischen Möglichkeiten, wo diese sinnvoll und umsetzbar sind, genutzt werden. Es werden regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen für alle wissenschaftlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angeboten, um über die neusten Entwicklungen im Bereich der Open Science zu informieren. Die Veranstaltungen geben zudem die Möglichkeit für einen direkten Austausch zwischen Forschenden, um die Implementierung neuer Instrumente zu diskutieren.

Säule III – Open Science

Der Begriff Open Science kennzeichnet eine internationale Bewegung, die zum Ziel hat, Prozesse der Wissenschaft möglichst offen und transparent zugänglich zu machen. Durch sog. Open Access können Forschungsprozesse und -ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zudem ermöglicht Open Science einen effektiveren Informationsaustausch innerhalb der Wissenschaft. Viele wissenschaftliche Fragestellungen können erst durch große Datenmengen und ausreichend große Stichproben valide beantwortet werden. Daher sind wir unter Beachtung aller gültigen Datenschutzrichtlinien bestrebt, Forschungsdaten öffentlich zugänglich zu machen (sog. Open Data). Das erhöht nicht nur die Leistungsfähigkeit der Wissenschaft, sondern erleichtert auch den Wissenstransfer und fördert die Reproduzierbarkeit in den Wissenschaften.

Um Reproduzierbarkeit und Replikationsfähigkeit zu sichern, bemühen wir uns darüber hinaus auch, soweit wie nach (internationalen konsortialen) Vereinbarungen möglich, den Prinzipen des sog. Open Source und Open Methodology zu folgen.

Qualitätskontrolle

Um Schwachstellen bei der Dokumentation oder Durchführung von wissenschaftlichen Arbeiten zu identifizieren und die wissenschaftliche Qualität stetig zu verbessern, werden einzelne veröffentlichte Studien stichprobenartig überprüft (i.d.R. 1-2 Arbeiten pro Halbjahr). Hierbei werden sowohl die Roh-Daten, die Dokumentation der Daten-Erhebung und -Auswertung, sowie die Wahl und Anwendung der Auswertungsverfahren kontrolliert. Die Überprüfung erfolgt durch drei unabhängige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einschlägiger Forschungserfahrung, die in keiner Weise an der betreffenden Studie beteiligt waren.