AG Narration in der Psychiatrie

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Die Arbeitsgruppe "Narration in der Psychiatrie" widmet sich der epistemischen, therapeutischen, sozialen und kommunikativen Funktion von Erzählungen in der Psychiatrie. Sie erforscht drei systematische Bereiche, in denen Erzählungen eine wichtige Funktion bei der Wissensbildung und Interaktion haben können. Zum einen geht es um Krankenerzählungen im interkulturellen Kontext. Untersucht werden spezifisch kulturell geprägte Erzählweisen, Rückgriffe auf narrative Muster und biographische Konstruktionen sowie ihre kommunikative Funktion. Das Augenmerk der Gruppe gilt zum anderen dem Lesen im therapeutischen Prozess sowie der Frage, ob und in welcher Weise Erzählungen Reflexionsmedien für psychiatrische Krankheits- und Selbsterfahrung sein können. Zentrale Postulate der Narrative Medicine werden in diesem Zusammenhang kritisch überprüft. Schließlich befasst sich die Arbeitsgruppe mit psychiatrischen Fallgeschichten und psychiatriehistorischen Metaerzählungen in Lehrbüchern und anderen wissenschaftlichen Publikationen, Textsorten, die oft der Wissensvermittlung und Standortbestimmung des Faches dienen. Sie stellt zur Diskussion, in welchem Maß Standortbestimmungen mit spezifischen Ausrichtungen in Nosologie, Forschung und Therapie (psychotherapeutische, sozialpsychiatrische und pharmakologische Ausrichtungen) einhergehen.