Forschungsprojekte - AG Multisensorische Integration

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Die Bedeutung von der Norm abweichender neuronaler Oszillationen für Defizite in der Verarbeitung multisensorischer Information bei Schizophrenie

Periodische Fluktuationen von erregenden und hemmenden Zuständen, wie sie neuronale Oszillationen darstellen, sind ein wichtiger Bestandteil der Informationsverarbeitung in kortikalen Netzwerken. Dysfunktionale neuronale Konnektivität, die mit von der Norm abweichenden neuronalen Oszillationen in Verbindung gebracht wird, trägt wahrscheinlich zu der Psychopathologie der Schizophrenie bei. Das Hauptziel des Forschungsprojektes besteht darin die Annahme zu prüfen, dass abnormale neuronale Oszillationen zu multisensorischen Verarbeitungsdefiziten bei der Schizophrenie beitragen.

Gefördert durch die DFG

Die Vorhersage der multisensorischen Zukunft: Die Rolle neuronaler Konnektivität für die modalitätsübergreifende integrative Informationsverarbeitung

Informationen aus unserer Umwelt, die wir über unser sensorisches System empfangen, werden von uns fortlaufend überwacht und integriert. Wenn man beispielsweise auf einer vielbefahrenen Straße Fahrrad fährt, ist es wichtig, die Geräusche und visuellen Eindrücke anderer Fahrzeuge zu integrieren. Das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer auf Grundlage von sensorischen Hinweisreizen verschiedener Modalitäten vorherzusagen, ist von entscheidender Bedeutung für unser Überleben. Das Hauptziel des Forschungsprojektes besteht darin zu untersuchen, wie sich fortlaufende Oszillationen, neuronale Konnektivität und der Informationsfluss in kortikalen Netzwerken auf die Integration und Wahrnehmung bevorstehender multisensorische Reize auswirken.

Gefördert durch die DFG

Multisensorische Verarbeitung von Schmerz

Die Prävalenz von Schmerzsymptomen in Deutschland beträgt in Abhängigkeit vom Schmerztyp zwischen 32 und 67%. Schmerzerlebnisse im Alltagsleben gehen häufig mit Sinneseindrücken aus anderen Sinnesmodalitäten einher, die das Schmerzempfinden beeinflussen können, z.B. der Anblick der Kanüle, wenn man eine Injektion erhält. Das Hauptziel des Forschungsprojektes besteht darin zu untersuchen, in welcher Form und unter welchen Bedingungen Signale aus verschiedenen Sinneskanälen die Verarbeitung von Schmerzreizen beeinflussen. Unsere aktuellen Studien umfassen auch die Untersuchung von Feedback-Interventionen in virtuellen Realitäten bei chronischem Schmerz.

Elektrophysiologische Korrelate der Attraktivität gegenüber Kindern bei Jugendlichen

Dies ist ein Kooperationsprojekt mit dem Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin in Berlin. Untersuchungen bei Tätern, die Kinder sexuell missbraucht haben, ergaben, dass 30-50 % der Täter ihr sexuelles Interesse an Kinder bereits in der Pubertät bemerkten. Bildgebende Studien zeigten zudem funktionelle und strukturelle Abweichungen in den Gehirnen von pädophilen Erwachsenen. Ob solche Abweichungen auch bei Jugendlichen mit Neigung zur Pädophilie nachweisbar sind, ist bislang unbekannt. In dem Projekt soll untersucht werden, ob und wie sich die Neigung zur Pädophilie bei Jugendlichen in ihren elektrophysiologischen Hirnsignalen widerspiegelt.