AG Visuelle Wahrnehmung

Die AG Visuelle Wahrnehmung ist vor allem an den neuronalen Grundlagen veränderter Wahrnehmungsprozesse bei psychischen Störungen interessiert.

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Die AG Visuelle Wahrnehmung setzt die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRI), Verhaltensexperimente und computationale Modellierung zur Erforschung der neuronalen Mechanismen visueller Wahrnehmung ein. Die Gruppe arbeitet an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité Campus Mitte, Berlin, und wird von Prof. Dr. Philipp Sterzer und PD Dr. Guido Hesselmann geleitet.

Die Forschungsinteressen der AG Visuelle Wahrnehmung konzentrieren sich auf die neuronalen Mechanismen bewusster und unbewusster Wahrnehmung, die Interaktion emotionaler und motivationaler Faktoren mit sensorischer Reizverarbeitung, und die Veränderungen dieser Prozesse im Rahmen psychiatrischer Erkrankungen.

Die AG Visuelle Wahrnehmung wird unter anderem durch die DFG und das BMBF gefördert und ist mit dem Bernstein Center for Computational Neuroscience Berlin, dem International Graduate Program Medical Neurosciences und der Berlin School of Mind and Brain assoziiert.

Forschungsprojekte

Neurokognition des bewussten und unbewussten Sehens (Leiter: Guido Hesselmann)

Unser derzeitiger Forschungsschwerpunkt liegt auf den Übergängen zwischen bewusster und nicht-bewusster visueller Wahrnehmung. Mit Hilfe von psychophysischen Messungen, fMRT und Motion Tracking untersuchen wir die Beziehung zwischen der physikalischen Stimulation, der perzeptuellen Bewusstheit und der neuronalen Informationsverarbeitung im ventralen und dorsalen visuellen Cortex. Unter anderem verwenden wir Methoden der interokularen Suppression, um visuelle Reize weniger sichtbar (bis "unsichtbar") werden zu lassen. Darüber hinaus sind wir an der Verarbeitungstiefe nicht-bewusster Wahrnehmung interessiert und an der Frage, ob es einen qualitativen Unterschied in der Verarbeitung nicht-bewusster und bewusster Information gibt. Ein übergeordnetes Thema unserer Arbeit ist die visuelle Wahrnehmung als ein Konstrukt der sensorischen Stimulation. Aktuell untersuchen wir den Einfluss impliziter Annahmen zur Physik eines bistabilen rotierenden Reizes (Lissajous Figur) auf die Wahrnehmung desselben.

Computational Psychiatry (Leitung: Katharina Schmack)

Wir untersuchen die computationalen Mechanismen von psychiatrischen Erkrankungen.
Eine Linie unserer Forschung befasst sich mit psychotischen Symptomen. Psychotische Symptome sind typisch für Schizophrenie und umfassen Wahn (in der äußeren Wirklichkeit unbegründete Überzeugungen) und Halluzinationen (Wahrnehmungen in Abwesenheit eines ursächlichen Reizes). Wir glauben, dass psychotischen Symptomen durch eine Alteration in den grundlegenden Lern- und Inferenzmechanismen des Gehirns entsteht. Wir überprüfen diese Hypothese durch die Anwendung von Computermodellen zusammen mit fMRT, psychophysischen Messungen und pharmakologischen Modulationen bei Menschen mit Schizophrenie und Menschen mit Neigung zu psychotischen Erlebnissen.
Eine andere Linie unserer Forschung zielt auf die Erschaffung von Werkzeugen, welche klinische Vorhersagen an Hand von Bildgebungsdaten des Gehirns erlauben. Am Beispiel von alkoholbezogenen Störungen entwickeln und implementieren wir komplexe multivariate Klassifikations- und Regressionstechniken. Unser Ziel hierbei ist es, störungsspezifische Muster in Bildgebungsdaten zu identifizieren, welche uns helfen können, individuelle Krankheitsverläufe vorherzusagen und Therapiekonzepte zu invidividualisieren.

Weitere Informationen

Die Verarbeitung motivationaler, emotionaler und sozialer visueller Informationen (Leitung: Marcus Rothkirch)

Im Rahmen dieses Projektes untersuchen wir die Verarbeitung motivational, emotional und sozial relevanter visueller Informationen. Dabei beschäftigen wir uns bespielsweise mit solchen Fragen, wie die visuelle Wahrnehmung durch Geldgewinne, emotionale Gesichtsausdrücke oder Blickkontakt mit einer anderen Person moduliert wird. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei insbesondere auf der Wechselwirkung zwischen solchen Informationen und visueller Aufmerksamkeit: Unter welchen Bedingungen ziehen motivationale, emotionale und soziale Reize Aufmerksamkeit auf sich und inwiefern geschieht dies automatisch? In diesem Zusammenhang führen wir auch Studien durch, die unbewusste Einflüsse solcher Informationen untersuchen, das bedeutet, wenn die visuellen Reize nicht bewusst wahrgenommen werden können. Um diesen Fragen nachzugehen, setzen wir psychophysische Methoden ein und kombinieren diese mit Augenbewegungsmessungen, Hautleitfähigskeitsmessungen und funktioneller Magnetresonanztomographie.

Leitung und Kontakt

Prof. Dr. med. Philipp Sterzer

Oberarzt, Leiter FB Bildgebung, AG Visuelle Wahrnehmung

Sekretariat