Forschungsprojekte - AG Neurourbanistik

 

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Gesundheit und Stress im städtischen Kontext

Urbanisierung stellt eine der gravierendsten Herausforderungen unserer Zeit dar. Für das Jahr 2050 prognostiziert die UN einen Anstieg der urbanen Bevölkerung auf weltweit 66,4 %. In Deutschland soll dieser Anteil sogar auf 83 % steigen.
Dies ist insofern nicht verwunderlich, da das Leben in der Stadt mit einer Vielzahl von Vorteilen lockt, wie einem besserem Zugang zu Bildung, Kultur, Arbeit sowie zu Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig führen das Stadtleben und die steigende Urbanisierung jedoch zu einer verstärkten Konfrontation mit diverser Stressoren, wie beispielsweise Crowding, sozialer Isolation, Luft- und Lärmbelastung sowie sozialen Brennpunkten die mit Armut und erhöhter Kriminalität einhergehen. All das prägt das soziale, aber auch gesundheitsförderliche Umfeld von Stadtbewohnern, welche, abhängig von ihrer Wohnsituation oder sozioökonomischen Faktoren, unterschiedlich guten Zugang zu Erholungsangeboten haben, wie z.B. Parks oder Grünflächen im Allgemeinen.
In Kooperation mit dem Umweltbundesamt (www.uba.de) soll im aktuellen Projekt der Zusammenhang zwischen Stadtleben individueller Stressvulnerabilität und psychischem Wohlbefinden näher beleuchtet werden. Hierfür werden fMRT-Daten eines etablierten Stress Tasks sowie Fragebogendaten zu Stress und psychischem Wohlbefinden zusammen mit potentiellen wohnortbezogene Moderatoren, wie Grünflächen, Luftverschmutzung und Lärm, untersucht.
Das Ziel des Projektes ist es, den Einfluss von potentiellen wohnortspezifische Schutz- und Risikofaktoren zu analysieren und die jeweiligen Effekte auf die individuelle Stressvulnerabilität und das psychische Wohlbefinden herauszuarbeiten.

Charta der Neurourbanistik

Um den Herausforderungen der weltweiten Urbanisierung für die Lebensqualität und die psychische Gesundheit der Stadtbevölkerung zu begegnen, erarbeitet dieses Projekt Empfehlungen für  Stadtpolitiker*innen und all jene, die das öffentliche Leben in der Stadt prägen. Diese neurourbanistischen Empfehlungen werden in der Charta der Neurourbanistik, als Ergebnisse einer interdisziplinären Debatte, zusammengefasst und stehen unter neun Schlagworten. Die jeweiligen Ausführungen decken diejenigen Bereiche städtischen Lebens ab, in denen (neuro-) psychologische sowie stadtplanerische und stadtsoziologische Forschung in besonderer Weise zusammentreffen. Hier gilt es jene Faktoren zu identifizieren, die die urbane Gesellschaft vor psychischen Erkrankungen schützen und die Stadt als einen resilienten Ort gestaltet. Dazu möchten wir mit dieser Charta beitragen.

Das Projekt Charta der Neurourbanistik wird teilfinanziert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018.

VW Datenauswertung

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